Streaming: Welches Musikgenre kommt in Deutschland gut an?

Obwohl Deutschrap bis 2012 kaum nennenswerte Erfolge in Deutschland gefeiert hat, dominiert das Genre im nun aber im ganzen Land. Durch Musik-Streaming kann jetzt besser denn je, nachverfolgt werden welche Genres besonders beliebt sind und welche Künstler sich momentan behaupten.

Die Musikindustrie hatte es durch Raubkopien nicht einfach und es kam nicht selten vor, dass Labels finanziell Pleite waren, obwohl sie die größten Top-Acts unter Vertrag hatten. 2001 mit iTunes gab es den ersten Meilenstein. Musik wurde wieder lukrativ und seit dem Streaming-Zeitalter werden wieder Rekorde gebrochen.

Streaming macht den Musikgeschmack transparent

Jeder Künstler hat die Möglichkeit, durch die Spotify-Statistiken Einsicht darauf zu nehmen, wo die Singles oder das Album am besten ankommt. Nicht nur auf nationaler Ebene, sondern auch international. Das erleichtert die Wahl der richtigen Locations für eine Tour und macht aufkommende Trends transparent.

Wöchentlich gibt Spotify sogar neue Playlisten heraus für die größten Städte. Hierin befinden sich dann die Top-Songs aus der letzten Woche. Eine Untersuchung des SPIEGEL hat gezeigt, dass HipHop in Dreiviertel der Städte vorne liegt. Der restliche Anteil wird von Schlager und Pop umkämpft.

Das sagt nun aber nichts auf nationaler Ebene aus. Es ist allgemein bekannt, dass Musik-Streaming bei der jüngeren Zielgruppe am beliebtesten ist. Für welchen Anbieter man sich aber entscheidet, ist von vielen Faktoren abhängig. Die Frage nach: Amazon Unlimited – Ja oder nein? Oder: lohnt sich Apple Music? Sind nicht selten.

„Berlin lebt“ wird im Südwesten Deutschlands öfters gehört

Capital Bra liefert einen Hit nach dem anderen. Sein Durchbruch gelang insbesondere durch das Album „Berlin lebt“, welches ironischerweise nicht so oft in Berlin gehört wird, sondern eher im Südwesten Deutschlands.

Es gibt aber keine Spotify-Statistiken darüber, wie nun die demografische Verteilung aller Nutzer des Dienstes aussieht. Durchaus ist es möglich, dass es hier mehr Spotify-Nutzer in der jüngeren Zielgruppe gibt, als in Berlin.

Bietigheim-Bissingen brachte drei Top-Rapper hervor

Die 43.000 Seelen Stadt Bietigheim-Bissingen bei Stuttgart brachte sogar drei Top-Stars hervor. Shindy etablierte sich durch Bushido in Berlin. Mit Bausa gab es den ersten Diamant-Rapper und RIN, der sich nicht so ganz im Mainstream befindet, verzeichnet ebenfalls Erfolge.

Somit ist es auch nicht verwunderlich, dass auch im Raum Stuttgart insbesondere HipHop dominiert. Hier finden auch die größten Konzerte der großen Rapper statt.

Berlin galt damals als Rap-Hauptstadt, mittlerweile hat sich das Zentrum aber in die Rhein-Main-Gegend verlegt. In regelmäßigen Intervallen gibt es hier Newcomer, die immer wieder einen neuen Sound präsentieren. Zuletzt war es Mero und Eno.

In der automatisch generierten Playlist von Spotify zu Frankfurt ist es daher auch wenig verwunderlich, dass knapp 80 Prozent der Playlist aus Deutschrap besteht. Der Rest ist eine Mischung aus Schlager und Rock. Vor allem Hymnen und Songs für den Fußballverein Eintracht Frankfurt sind in diesem Raum beliebt.

Wo ist Rap weniger beliebt?

In der Studentenstadt Münster wird vergleichsweise weniger Rap gehört. Hier dominieren vor allem Fettes Brot, Trettmann, Dendemann oder Zako159. Bonn ist die Hochburg des Schlagers. Hier sind vor allem Helene Fischer und Andrea Berg angesagt.

Interessant ist aber auch, dass sechs von acht Städten, die als Schlagerhochburg gelten, in NRW liegen. Im Gesamten sind Michael Wendler, Andrea Berg, Helene Fischer, Olaf Henning und  Wolfgang Petry.

In der Großstadt ist alles anders

Zusammenfassend ist zu sagen, dass in der Großstadt überwiegend unbekannte Songs gehört werden. Wogegen kleinere Städte eher zu bekannten Songs oder populären Playlisten tendieren. Die Zukunft wird zeigen, wie die Verteilung zukünftig aussehen wird. Die Daten basieren aufgrund der Nutzerdaten, die innerhalb einer Woche bei Spotify entstanden sind. Andere Anbieter wurden hierbei nicht berücksichtigt.

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